Wiesbadens grüne Lunge leidet


Bäume werden durch Misteln immer mehr in Mitleidenschaft gezogen

Wiesbaden wird landläufig als „grüne Stadt“ bezeichnet. Baumbestände zieren die Straßenzüge und tragen zu einem Wohlfühleffekt für die Bürger der Stadt bei. Doch dieses Idyll droht zu zerbrechen. Die Mistel breitet sich aus und gefährdet den alt herrschaftlichen und neuen Baumbestand.

Bäume liegen den Wiesbadenern am Herzen. Um den Aspekt des Naturschutzes in den Fokus zu rücken feiert Wiesbaden mit Baumpflanzungen jährlich den „Tag des Baumes“. Die LKR&ULW Rathausfraktion begrüßt den Einsatz von Stadt und Bürgern, gemeinsam das Thema Naturschutz in die Öffentlichkeit zu bringen und damit ein Bewusstsein zu schaffen.

Die von Legenden und Mythen umwobene Mistel stellt für den Wiesbadener Baumbestand ein immer größer werdendes Problem dar. Als sog. Halbschmarotzer ist die immergrüne Mistel ein Parasit, der von anderen Pflanzen lebt. Sie schaden nicht nur den Laubbäumen, sondern stellen vor allem für den Streuobstbestand ein immer größer werdendes Problem dar. Durch Wasser und Nährstoffentzug werden die Apfelbäume zunächst geschwächt, dann entfällt die Ernte und schließlich stirbt der Baum ab.

Experten der Naturschutzorganisation Naturefund warnen seit Jahren vor der Mistelausbreitung und den damit verbundenen Schäden für die Bäume.  Abhilfe schafft das Herausschneiden der Mistel aus den befallenen Bäumen. Das städtische Umweltamt hingegen sieht derzeit keine gezielte und ausschließliche Aktion zur Mistelbekämpfung vor. Der Schwerpunkt liegt, so heißt es, in der kontinuierlichen Pflege der erhaltenswerten Streuobstbestände. Im Rahmen eines Förderprogrammes werden Vereine diesbezüglich gefördert.

Wir können in Wiesbaden nicht Baumpflanzungen zelebrieren und gleichzeitig die Verrottung durch Misteln zulassen. Das passt nicht zusammen.

Es ist zu spät, wenn bei erkennbarer Beeinträchtigung der Baumgesundheit gehandelt wird. Die Ausbreitung der Mistel und der damit verbundene Neubefall muss eingedämmt werden.

Foto: Karl-Heinz Liebisch/pixelio

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