Tarifbindung muss schnellstmöglich her


Die ULW fordert tarifgebundene, gerechte Löhne für die Mitarbeiter der Wiesbadener Jugendwerkstatt (WJW)

Aktuell ist die WJW wieder in die Schlagzeilen geraten. Ein politischer Diskurs zur Lage und Zukunft der WJW ist entflammt. Namhafte Politiker, wie die ehemalige grüne OB-Kandidatin Christiane Hinninger und auch Sozialdezernent Christoph Manjura melden sich zu Wort.

Die despektierliche Lage der WJW ist nicht neu. Es herrscht eine wirtschaftliche Schieflage und gleichzeitig wird seitens der WJW mit Hochdruck daran gearbeitet, das Geschäft aufrecht zu erhalten und benachteiligten Jugendlichen eine Perspektive für Beruf und somit für die Zukunft zu schaffen.

Sozialbenachteiligte Jugendliche haben es in Wiesbaden nicht leicht einen Ausbildungsplatz bzw. eine Beschäftigung zu erhalten. Auf dem Arbeitsmarkt stehen freie Stellen weniger für ungelernte und angelernte Beschäftigte zur Verfügung. SGB II-Leistungsberechtigte Menschen verfügen allerdings zu zwei Dritteln nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Das alles stellt eine dauerhafte und strukturelle Schwierigkeit dar. Geflüchtete junge Männer, jünger als 30 Jahre, sind hier noch nicht berücksichtigt.

Veit Wilhelmy (ULW Rathausfraktion) ist davon überzeugt: „Die WJW leistet wertvolle Arbeit in und für Wiesbaden.“ Sie bietet 36 verschiedene Ausbildungsberufe an und hat sich zum Ziel gesetzt, ihr Angebot bestmöglich auf die aktuelle Nachfrage auszurichten. Dabei wird insbesondere das Ziel der Konzentration auf zukunftsfähige und nachfragegerechte Ausbildungen und Qualifizierungen verfolgt.

„Wir sind alle Teil der Gesellschaft. Soziale Gerechtigkeit darf nicht auf der Strecke bleiben. Dazu gehört auch, dass die Beschäftigten der WJW nach Tarif bezahlt werden. Es ist ein Skandal, dass Grüne und kooperierende Fraktionen einen Rückzieher zu Lasten der Beschäftigten der WJW machen.“, empört sich Veit Wilhelmy. Die Verantwortung in einer Sozialgemeinschaft liegt in unseren Händen.

Am 19.06.2019 tagte der Finanzausschuss in Wiesbaden. In einem Antrag von SPD, CDU, Bündnis90/Die Grünen, AfD, FDP und FW/BLW heißt es: Der Magistrat wird gebeten, zu gewährleisten, dass vor Sicherstellung der Finanzierung die Geschäftsführung keine weiteren Belastungen für das Unternehmen, insbesondere durch Inkrafttreten der Tarifbindung, vornehmen wird. Dieser Antrag wurde beschlossen.

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